Ian Lees, Kerstin Scholz und Theophil Graband

Grußwort und Bericht des Vorstands zum Geschäftsjahr 2015

die VR Leasing Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2015 zufriedenstellend entwickelt und ihre Neuausrichtung als Expertin für einfache und passgenaue Finanzierungslösungen konsequent vorangetrieben. Nachdem das Vorjahr von hohen Belastungen aus dem Nicht-Kerngeschäft in Ungarn gekennzeichnet war, konnte die Unternehmensgruppe ihr Ergebnis 2015 deutlich steigern und den Abbau des Nicht-Kerngeschäfts schneller als geplant vorantreiben.

„Für ihre unternehmerischen Ideen wollen unsere Kunden Liquidität – einfach und schnell. Dieses Bedürfnis ist unser Maßstab bei der Neuausrichtung der VR Leasing Gruppe und unser Anspruch als Expertin für einfache Finanzierungslösungen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.”
Starkes Wachstum im Kerngeschäft

Deutlich gewachsen ist die VR Leasing Gruppe im Kerngeschäft – der Mittelstandsfinanzierung über die Genossenschaftsbanken und die Geschäftspartner ihrer IT-Finanzierungstochter BFL sowie der Zentralregulierung. Dort konnte sie in einem herausfordernden Marktumfeld die Provisionen an die Genossenschaftsbanken ebenso wie die Anzahl der Kunden erneut stark steigern. Maßgeblich trug dazu das strategisch wichtige Online-Finanzierungsgeschäft mit einer Zuwachsrate von 19 Prozent bei. Über die Anwendung VR LeasyOnline können die Volksbanken Raiffeisenbanken Finanzierungsanfragen für Leasing, Mietkauf und Kredit innerhalb von Minuten treffsicher entscheiden und digital abwickeln.

In einem gesättigten und von starkem Preisverfall gekennzeichneten IT- und Bürofachmarkt verringerte sich das Neugeschäftsvolumen der BFL um 6 Prozent auf 262,0 Millionen Euro (2014: 280,0 Millionen Euro). Die BFL konnte den Absatz im zweiten Halbjahr 2015 deutlich verbessern, jedoch das schwächere erste Halbjahr nicht kompensieren. Der zunehmende Wettbewerb und Preisdruck im Firmenkundengeschäft spiegelt sich auch in der Zinsmarge im Neugeschäft Mobilienleasing wider, die von 3,3 Prozent im Jahr 2014 auf 2,5 Prozent sank. In der Zentralregulierung bewegte sich das Neugeschäftsvolumen gemessen am Umsatz mit 8,4 Milliarden Euro hingegen stabil auf Vorjahresniveau.

Nicht-Kerngeschäft belastet Gesamtergebnis

Das Forderungsvolumen in den 2011 definierten Nicht-Kerngeschäftsfeldern Ausland, Autoflotten- und Autohändlerleasing sowie Immobilienleasing konnte 2015 erfolgreicher als geplant reduziert werden. Sondereffekte bei der ungarischen Tochter Lombard Lízing wirkten sich jedoch ergebnisbelastend aus – wenn auch in deutlich geringerem Umfang als 2014. Im Dezember 2015 wurde eine Absichtserklärung zum Verkauf der Lombard Lízing geschlossen, der Abschluss wird 2016 erwartet. Die Belastungen aus dem Verkaufsprozess sowie aus der 2015 in Kraft getretenen ungarischen Gesetzgebung zu Fremdwährungskrediten, beliefen sich auf 25 Millionen Euro.

Diese Sondereffekte wirkten sich insbesondere auf das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit der VR Leasing Gruppe aus, das 0,3 Millionen Euro betrug (2014: -85,7 Millionen Euro), ebenso wie auf die Cost-Income-Ratio, die für das Geschäftsjahr 2015 bei 101, 0 Prozent lag (2014: 125,3 Prozent). Im IFRS-Konzernabschluss der DZ BANK kam ein weiterer Sondereffekt zum Tragen. So wurde das Ergebnis des Segments VR Leasing durch eine ausschließlich auf Konzernebene vorgenommene Wertberichtigung auf den Geschäfts- und Firmenwert (Goodwill) in Höhe von -19 Millionen Euro belastet und beläuft sich dort damit insgesamt auf -19 Millionen Euro.

Die Entwicklungen im vergangenen Geschäftsjahr bestärken uns, dass die VR Leasing Gruppe strategisch auf dem richtigen Weg ist. Das zeigen sowohl das Wachstum im Kerngeschäft als auch der Abbau des Nicht-Kerngeschäfts. Beides ist zugleich Ausdruck der Leistungsbereitschaft und Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen nicht immer leichten Weg der Veränderung mit uns gemeinsam gehen und denen wir unseren ausdrücklichen Dank aussprechen. Wir bedanken uns zudem bei den Mitarbeitervertretungen für die konstruktive Zusammenarbeit sowie bei unseren Eigentümern und Geschäftspartnern für die Unterstützung und das in uns gesetzte Vertrauen.

Marktumfeld bleibt herausfordernd

Im Geschäftsjahr 2016 bewegen wir uns in einem ebenso herausfordernden Marktumfeld wie 2015. Den steigenden regulatorischen Anforderungen begegnet auch die VR Leasing Gruppe. Zur Sicherstellung eines nachhaltigen Geschäftsbetriebs arbeitet sie 2016 weiter an der Umsetzung von Anforderungen insbesondere in den Bereichen der Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisiken sowie der Aggregation von Risikodaten und der Risikoberichterstattung. Im Firmenkundengeschäft sorgen niedrige Zinsen für viel Liquidität im Markt und erhöhen den Wettbewerbs- und Margendruck. Zudem verändert die Digitalisierung die Bedürfnisse mittelständischer Kunden. Einfache und flexible Liquiditätslösungen werden verstärkt nachgefragt. Für die Genossenschaftsbanken sind damit eine systematische Erschließung aller Segmente im Firmenkundengeschäft, eine Reduktion von Kosten durch den Einsatz von Standardprozessen und –werkzeugen sowie der Ausbau der Provisionserträge erfolgsentscheidend. Dabei unterstützen wir sie mit passgenauen Finanzierungslösungen sowie effizienten digitalen Prozessen für eine schnelle Finanzierungsentscheidung.

Kundenorientierung als Erfolgsfaktor

Um unsere Wachstumsziele im Kerngeschäft zu erreichen, haben wir uns für 2016 einiges vorgenommen. Dazu gehört die Erhöhung der Effizienz unserer Vertriebsaktivitäten über ein systematisches Betreuungs- und Beziehungsmanagement zu den Genossenschaftsbanken und unseren weiteren strategischen Partnern. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Umstellung auf Bestandsprovision, die den Genossenschaftsbanken seit Januar 2016 nachhaltige Erträge über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg sichert. Zudem entwickeln wir unsere Online-Finanzierungslösungen konsequent weiter und arbeiten derzeit intensiv an innovativen Serviceangeboten für Firmenkunden und gewerbliche Kunden rund um das digitale Liquiditätsmanagement.

Wir freuen uns, diese und weitere Themen mit unseren Mitarbeitern gemeinsam anzugehen und die Genossenschaftsbanken und unsere Geschäftspartner subsidiär dabei zu unterstützen, Marktsegmente zu erschließen und Potenziale besser auszuschöpfen.

Theophil Graband
(Vorsitzender)
Kerstin Scholz
Ian Lees